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Klitschko vermutet Korruption in Ukraine

Simon am Freitag, den 20. Januar 2012

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Die Klitschkos erzählen gerne viel

Die Klitschkos erzählen gerne viel

Vitali Klitschko, der in der Ukraine der Opposition angehört, hat schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Euro 2012 erhoben, zumindest für jenen Teil, der von der Ukraine aus organisiert wurde. Wenig überraschend in diesem Kontext lautet der Vorwurf “Korruption”. Klitschko, der zur Zeit WBC-Weltmeister im Schwergewicht ist und seit 1996 Profiboxkämpfe bestreitet, ist der Auffassung, dass nach dem Turnier eine unabhängige Kommission prüfen müsse, wo überall bei der Vergabe von Aufträgen bei Stadien, Infrastruktur und Weiterem Nepotismus geherrscht habe, auf deutsch: Vetternwirtschaft.

Die Kosten hatten sich von geplanten 3,2 Milliarden Euro auf 11,5 Milliarden Euro mehr als verdreifacht, wobei die Hälfte dieser Gelder von den ukrainischen Bürgern aufgebracht werden müssen. Transparency International listet die Ukraine auf dem 152. Platz von 183 Ländern in der Frage der Korruptionsanfälligkeit.

Warum Klitschko eine derartige Kommission erst für die Zeit nach der Europameisterschaft fordert, ist an dieser Stelle unklar. Womöglich schickt es sich auch für einen Oppositionspolitiker nicht, der kommenden großen Party im eigenen Land und der dazugehörigen Stimmung in die Suppe zu spucken.

Schließlich ist man zumindest in Teilen der Bevölkerung der Ukraine recht stolz darauf, dass man endlich einmal ein solches Großereignis ausrichten darf. Und wenn die ganze Welt (die Euro interessiert schließlich auch in Afrika, Asien und Amerika) zuschaut, möchte man ungerne einen zerstrittenen Gastgeber abgeben.

Die Partei, der Klitschko angehört, nennt sich übrigens Udar. Das ist das ukrainische Wort für “Schlag”. Das hat sich der Abgeordnete des Kiewer Stadtrats nett ausgedacht.

Creative Commons License photo credit: Das blaue Sofa



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